“Neulandgewinner” für unsere Region

Programm für den „Westen“ auflegen: Infoveranstaltung am 7. September, 17 Uhr

In den vergangenen Jahren haben tiefgreifende gesellschaftliche Veränderungen ihre unübersehbaren Spuren in Gemeinden, Städten und Regionen Deutschlands hinterlassen. Besonders ländliche Räume sehen sich angesichts von Schrumpfung und Wanderungsprozessen vor schwierigen Aufgaben bezüglich der Daseinsvorsorge. Dies hat erhebliche Auswirkungen auf die Lebensverhältnisse der Menschen vor Ort. Mit diesen Themen beschäftigt sich das Programm der Robert Bosch Stiftung unter dem Titel „Neulandgewinner. Zukunft erfinden vor Ort“.

Bisher werden im Rahmen des Programms Aktivisten im ländlichen Raum der ostdeutschen Bundesländer gefördert. Die Besonderheit besteht darin, dass es sich um eine Förderung von Personen handelt, die sich zwar mit einer Projektidee bewerben, aber relativ frei darin sind, wie sie diese verfolgen, auf Veränderung der Bedingungen reagieren und mit der Umsetzung auch scheitern können. Seit Beginn dieses Jahres (3. Förderrunde) gibt es neu die sogenannten „Neulandgewinner der Länder“. Dahinter versteckt sich eine Konstruktion, bei der die Bundesländer (bisher MV, SN, SAN, BB) die Projektdurchführungskosten übernehmen und die Robert Bosch Stiftung die Kosten für Mentoring und die Durchführung von Veranstaltungen, die dem Austausch der Neulandgewinner untereinander und mit der Öffentlichkeit dienen. Eine „Ausdehnung“ des Förderprogramms auf die westdeutschen Bundesländer könnte mit Hilfe dieser Konstruktion stattfinden. Die Robert Bosch Stiftung ist daran interessiert, dieses Förderinstrument als Möglichkeit der Aktivierung einer demokratischen Bürgerschaft zu verbreiten. Die Erfahrungen, die bisher damit gemacht wurden, können auch im Buch „Neuland gewinnen“ nachgelesen werden und versprechen gute Ergebnisse bei der Gestaltung des ländlichen Raumes. Denn die Neulandgewinner verändern nicht nur durch ihre Projekte, sondern auch durch Gemeinschaftsbildung, das Gewinnen neuer Mitstreiter und die Etablierung einer öffentlichen Aushandlung der Bedingungen des guten Lebens im ländlichen Raum ihre Gesellschaft vor Ort.

Edmund Bode von ALENA e.V. pflegte in den letzten Jahren einen intensiven Kontakt zur Robert Bosch Stiftung und mit Babette Scurrell hat die „Akademie für ländliche Entwicklung und Nachhaltigkeit“ vor zwei Jahren bereits eine Veranstaltung zum Thema „Weniger ist mehr“ organisiert. Die Anfrage des von der Robert Bosch Stiftung beauftrage Thünen Instituts an die Regierung des Landes Niedersachsen richtet sich also auf die Möglichkeit der Einbindung von Akteuren des ländlichen Raumes in Niedersachsen in das Programm. Die Ausschreibung soll Ende dieses Jahres stattfinden und das Programm voraussichtlich im Januar 2019 gestartet werden.

ALENA e.V. will dabei unterstützen, das Vorhaben in unsere Region zu holen. Hierzu wird am Donnerstag, 7. September, ab 17 Uhr, in die Woltersburger Mühle eingeladen. Babette Scurell stellt das Programm „Neulandgewinner“ vor und bringt zwei Neulandgewinner mit, die ihre Projekte beispielhaft vorstellen werden.